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New YorkHallo Freunde Ich bin wieder zurück, aus dem "wilden Westen". Ich bin zwar schon etwas länger hier, aber ich komm einfach nicht mehr zum Schreiben. An dieser mail schreibe ich schon seit letzten Dienstag und dauernd wurde ich unterbrochen. Spät aber doch gibt es nun einen Bericht über unseren New York Ausflug. Ich bin gerade dabei, alle meine Eindrücke zu sammeln und zu sortieren. Dreieinhalb Tage in einer so großen Stadt sind eben doch ein bißchen wenig. Ich habe zwar viel gesehen, aber bis das alles verdaut ist, werde ich noch etwas Zeit brauchen. Wir sind in Graz am Mittwoch (4.6.97) um 13:30 in Graz abgeflogen. Der Flug ging über Frankfurt nach New York. Auf der Stecke nach Frankfurt gab es ein Sandwich zu essen. Beim langen Flug nach New York gabs Fleichlaberl als Hauptmahlzeit und kurz vor der Landung noch einen Imbiß. Das Wetter beim Flug nach New York war recht trüb, so das wir vom Atlantik nicht viel gesehen haben. In New York sind wir von unserem Reiseleiter erwartet worden, der uns mit einem Bus zum Hotel brachte. Dabei habe ich das erste meiner Vorurteile über Amerika begraben müssen. Ich dachte, Amerika ist ein Land, in dem sich alle gerne und freiwillig an Tempolimits halten und das dort viel ruhiger gefahren wird als bei uns. Das ist nicht so, wie ich bereits bei der ersten Busfahrt feststellen mußte. Ich erinnere mich da an Geschichten von meinem Vater, in denen er erwähnt hat, daß in Amerika alle Autos stehen bleiben, wenn man über die Straße gehen will. Viel mehr wahr ist es, das dort gefahren wird, was das Zeug hält. Unser Bus hätte fast eine Kurve nicht geschafft, weil er eben doch etwas schnell unterwegs war. Und bevor ein New Yorker wegen eines Fußgängers stehen bleibt, montiert er sich lieber eine verstärkte Stoßstange. Die meisten New Yorker Taxis haben vor der serienmäßigen Stoßstange noch eine zusätzlichen Rammbock, den sie im Stau auch einsetzen um den Vordermann zu schubsen. Sollte mich mein Auto einmal mit irgendwelchen Pannen ärgern wollen, weiß ich jetzt wie ich es bestrafen kann. Ein Nachmittag in New York und das Auto wird es nie mehr wagen aufmüpfig zu werden. So gegen 22:00 Uhr New Yorker Zeit kamen wir im Hotel an. Dort haben wir noch schnell die Zimmereinrichtung etwas umgestellt, weil zwischen den Betten ein Meter Abstand war. Doch nach einem kurzen Möbelrücken war auch dieses Manko beseitigt und wir entschwanden in das Reich der Träume. Nach Mitteleuropäischer Zeit war es ja immerhin schon 5:Uhr früh. Am nächsten Morgen war um 9:00 eine Stadtrundfahrt angesagt. Unser Bus erwartete uns vor dem Hotel und in einem halben Tag besichtigten wir die wichtigsten Plätze von New York: Dabei waren: Die Metropolitan Opera, eine Universität, China Town, Little Italy, der Trump Tower (ein sehr vornehmes Einkaufszentrum, in dem es einen Wasserfall gibt, der über vier Stockwerke in die Tiefe fällt. Wir waren dort um zum Pinkeln), einige Museen und Kirchen. Die Tour war recht interessant und als erste Einstimmung gerade richtig. Die eigentliche Größe der Wolkenkratzer wurde mir aber erst bewußt, als ich zu Fuß neben einem solchen Stand. Es ist schon imposant, wenn ein Gebäude über 100 Meter empor ragt. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung. Wir verwendeten ihn dazu um das Empire State Building zu erklimmen. Von dort hat man eine recht gute Aussicht. Leider war es etwas dunstig, aber ganz Manhattan haben wir von dort überblicken können. Das Essen in Amerika ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. So gibt es meist nur Plastikteller, Plastikbesteck und Plastikbecher. Dafür gibt es zum Frühstück bereits Speck, Schinken und Ei. Einigermaßen gut essen kann man am besten bei den Ausländern. Wir waren meist in italienischen oder chinesischen Restaurants. Die Preise sind etwas gewöhnungsbedürftig. So sind wir beim Frühstuck nie unter 20 Dollar ausgekommen. Und Trinkgeld ist in Amerika fast ein Muß. Damit man als Tourist das nicht vergißt, betonen die Kellnerinnen immer ganz besonders, das der Preis auf der Rechnung ohne Trinkgeld ist. Damit wir auch sicher ausreichend Trinkgeld geben, hat und die Kellnerin den Preis inklusive Trinkgeld extra noch einmal auf die Serviette geschrieben. Meist sind 10 bis 15 Prozent Trinkgeld empfohlen worden. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig für uns Europäer, aber in Amerika leben die Kellner vom Trinkgeld. Und nicht nur die Kellner erwarten ein Trinkgeld, auch der Busfahrer, der uns durch die Stadt kutschierte, der Kofferträger und der Reiseleiter. Aber als Tourist wird man darauf hingewiesen, damit das ja nicht vergessen wird. Am zweiten Tag haben wir Manhattan zweimal umrundet. Das erste Mal mit einem Schiff de Circle-Line. Diese Tour führt mit einem Ausflugsboot rund um Manhattan. Dabei kamen wir auch ganz nah zur Freiheitsstatue. Der eine Reiseleiter am Schiff hat drei Stunden lang ohne Luft zu holen auf englisch über New York erzählt, und das mit einer Betonung, das man ihm anmerkte, das er dies schon seit Jahren jeden Tag mehrmals macht. Anschließend an diese Bootsrunde haben wir Manhattan ein zweites Mal mit einem Hubschrauber umflogen. Eigentlich die selbe Tour als mit dem Schiff, aber in 20 Minuten statt 3 Stunden. Sabine war begeistert von dieser Hubschrauberrunde, ich hingegen habe mich bemüht, alles was ich gegessen habe an den dafür vorgesehenen Platz zu halten. Gott sei dank habe ich nicht viel gegessen gehabt. Für etwas Nervenkitzel bei mir sorgte auch ein Instrument am Armaturenbrett des Hubschraubers. Neben diesem Instrument stand das Wort "Voltage" und zu Beginn des Fluges zeigte es auf ziemlich genau 24 Volt. Doch während des Fluges hat der Pilot bemerkt, das die Navigationgeräte nicht mehr so schön leuchteten als zu Beginn. Auch die Lüftung fiel aus, was der Pilot durch das Öffnen des Fensters behob. Und dieser Zeiger neben dem Wort Voltage zeigte nur mehr auf 5 Volt, was den meisten Geräten zu wenig war. Niemand außer mir und dem Piloten bemerkte das, aber mich beunruhigte es etwas. Aber wir stürzten nicht ab, sondern landeten ganz normal an dem Platz wo wir abgeflogen sind. Wer braucht schon Strom in einem Hubschrauber, wenn klares Wetter herrscht. Am nächsten Tag sind wir nach Niragara geflogen. Um 5:15 früh wurden wir beim Hotel abgeholt. Wie ihr wißt, stehe ich normalerweise nicht um diese Zeit auf, aber was tut man nicht alles, um einen schönen Urlaub zu haben. Ein Kleinbus hat uns zum Flughafen gebracht. Der Busfahrer hat uns sogar noch die Bordkarten in die Hand gedrückt und uns bis zum Check-In Schalter begleitet. Auf den Bordkarten war die Sitznummer schon eingetragen. Interessant war, das Sabine den Platz 4c und ich den Platz 17F hatte. Die Flugerfahrenen unter euch werden wissen, daß diese Plätze nicht direkt nebeneinander sind. Im Flugzeug angekommen, haben ich dieses Problem mit der Stewardeß besprochen. Sie meinte, wir sollen einmal warten bis alle im Flieger sind und dann werden wir weitersehen. Diese Information habe ich Sabine mit den Worten "Setzt dich einmal auf deinen Platz" weitergegeben. Als die Türen des Flugzeugs geschlossen wurden, waren alle Plätze im Flugzeug besetzt, bis auf zwei Plätze neben mir. Nachdem das Flugzeug schon gerollt ist und schon die Anschnallzeichen leuchteten, habe ich die Stewardeß gebeten, sie möge Sabine sagen, das sie jetzt neben mir sitzen kann. Die Stewardeß kam ein klein wenig verwirrt zu mir zurück und meinte, daß Sabine scheinbar etwas verärgert sei. Ich habe Sabine dann nach dem Start noch gefragt, ob sie sich nicht zu mir setzen möchte, aber auch diese persönliche Einladung hat sie nicht umstimmen können. Sabine war mir jedenfals den ganzen Vormittag böse, daß das Reisebüro unsere Plätze nicht nebeneinander gebucht hat. Die Niragarafälle waren auf jeden Fall sehr schön und nach ein paar Tagen New York eine willkommene Abwechslung zum Großstadtlärm. Die Grenze zwischen USA und Canada haben wir zu Fuß überquert. Bei der Grenze gibt es ein interessantes Detail. Bevor man zu den Grenzbeamten kommt muß man durch ein Drehkreuz gehen, das einen nur dann durchläßt, wenn man 50 Cent einwirft. Für mich war es eine neue Erfahrung, das es Grenzen gibt, an denen man Münzen einwerfen muß. Der Ort Niragara ist sehr auf Touristen ausgerichtet. So viele Souvenirs wie es dort zu kaufen gibt, sieht man nicht oft. Weiters gibt es auch ca. 10 Wachsmuseen und eine Unmenge Geisterbahnen. Beim Heimflug haben wir die Tickets rechtzeitig umgebucht, so daß wir den Flug zusammen genießen konnten. Am Abend waren wir, wie jeden Abend, recht müde und haben das Hotelzimmer nur mehr für ein Abendessen verlassen. Einen nächtlichen Stadtbummel haben wir wegen dieser Müdigkeit und wegen den gefährlichen Geschichten, die man über New York immer wieder hört, nur auf den Weg zum nächst besten Lokal beschränkt. Am letzten Tag in New York sind wir noch etwas durch die Straßen von Manhattan geschlendert. Um 14:00 Uhr hat uns dann ein Autobus vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht, damit wir rechtzeitig um 18:00 Uhr abfliegen konnten. Der Reiseleiter wollte eben auf Nummer sicher gehen, das wir unseren Flieger ja nicht verpassen und so hatten wir am Flughafen Newark viel Zeit um sinnlos herumzusitzen und zu warten. Beim Heimflug sahen wir aus dem Flugzeug noch einen sehr schönen Sonnenuntergang über Canada. Sabine war zwar nicht glücklich, das ich mich genau während dem Essen über sie beugen mußte um einige Fotos zu machen, aber wenn ich mir die Fotos jetzt anschaue, dann weiß ich, das es richtig war, Sabine etwas beim Essen zu stören. In Graz sind wir um ca. 10:30 vormittag angekommen. Ich habe den Nachmittag für ein kleines Nickerchen genützt und am Abend hatte ich die Zeitumstellung schon wieder vergessen. Sabine hat den Nachmittag zum Auspacken ihrer Tasche verwendet. Das ist zwar sehr ordentlich ist, aber munterer wird man davon nicht. Doch auchg Sabine hat den Ausflug gut überstanden und jetzt freuen wir uns schon auf den nächsten Urlaub. Am Samstag fahren wir ans Meer um dort zu segeln und zu essen und zu faulenzen. Schöne Grüße, Gerald | |||||||||||||||||||||
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