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SAB_ENDE2.DOCDez.1998 Nach langer Zeit hört ihr wieder einmal etwas von mir. Zur Abwechslung sitze ich wieder einmal zu Hause vor meinem PC und schreibe euch eine Mail, denn seit letzten Samstag ist mein gutes altes zu Hause in Judendorf wieder mein Hauptwohnsitz. Offiziell hatte ich auch nie einen anderen, doch in den letzten Jahren war ein eher selten hier. Jetzt sitze ich hier, höre Musik und denke viel über vergangenes und zukünftiges nach. Ich muß zugeben, das ich nicht ganz der glücklichste bin, aber das war ich in den letzten Monaten auch nicht. Es ging einfach nicht so weiter auch wenn es jetzt doch ein wenig schmerzt. Ihr letzter Streich war, daß sie mir einfach nicht verziehen hat, das ich zu Weihnachten ein paar Tage Urlaub nehme, obwohl sie zur Weihnachtszeit keinen Urlaub bekommt. Doch das war eben der letzte Tropfen, der das Glas zum Überlaufen brachte. Doch es gab auch schöne Zeiten mit ihr, denn sonst hätte ich jetzt wohl keinen Grund traurig zu sein. Sabine war eigentlich genau so wie ich mir ein Mädchen wünschte, nur das sie die Eigenart hatte, das sich immer und alles nur um sie drehen durfte, Was ihr gefiel mußte mir gefallen, und was ihr nicht gefiel, war schlecht. Das war so beim Fernsehen, bei unseren Urlauben und sogar beim Essen. Wenn sie zum Beispiel "Wer will mich" im fernsehen angesehen hat, erwartete sie von mir, das mich das auch interessiert. Wenn ich auch nur erwähnte, einen Formel 1 Grand Prix sehen zu wollen, erklärte sie mir wie blöd das sei und wie blöd jene sind, die sich dafür interessieren. Wenn solche Unstimmigkeiten hin und wieder auftreten, dann ist das ja noch recht normal, aber in letzter Zeit hatte ich den Eindruck , das die Meinung von Sabine immer der entgegengesetzten Meinung von mir folgte. Da holte ich sie zum Beispiel einmal von der Oper ab. Bei der Heimfahrt sahen wie einen Ferrari, was ich ihr sagte: " Schau ein Ferrari" Ihre Antwort war " Ein Pontiac gefällt mir besser", was mir sehr zu denken gab, weil ich irgendwie den Eindruck hatte, das sie nicht einmal einen vergleichbaren Pontiac kennt. Abgesehen glaube ich von ihr auch schon mal gehört zu haben, das sie Ferraris recht schön findet. Und derartige Geschichten zogen sich durch alles, was wir taten. Auch der heurige Sommerurlaub: Auf ihren Wunsch hin wohnte ich heuer erstmals nicht am Campingplatz , sondern in einem Haus. Auch war das ganze Urlaubsprogramm eher auf ihre Wünsche abgestimmt und dennoch meinte sie nach dem Urlaub zu mir, weil sie jetzt mit mir auf Urlaub gefahren ist, möchte sie als Gegenleistung dafür nach Donnersbachwald. Donnersbachwald ist ein kleiner Ort in der Obersteiermark, in dem es ein Hotel mit eigenem Hallenbad gibt. Wir waren dann auch dort, so wie sie sich das wünschte. Doch damit auch das kein schöner Urlaub wurde, sorgte auch wieder sie. Sie fragte mich während dem Frühstück, wie funktioniert das denn, das jetzt bei der Telefonauskunft die Nummern automatisch angesagt werden. Ich holte tief Luft, sortierte meine Überlegungen dazu und begann zu erklären: Nach dem ersten Satz unterbrach sie mich und meinte, wenn ich das nicht erklären wolle, dann fragt sie eben sonst wen. Als ich sagte, das ich ihr es ja eh gerade erklären versuche, bekam ich wieder die selbe Antwort, nämlich, wenn ich es ihr nicht erklären will, dann fragt sie eben sonst jemanden. Obwohl ich dadurch ziemlich fertig war, gingen wir anschließend ein bißchen wandern. Und weil das Wetter recht schön war und die Gegend toll zum Wandern war gingen wir eine recht große Runde. Und als sie durstig wurde, war natürlich nur ich dafür verantwortlich, daß wir nichts zum Trinken mit hatten. Bei der Heimfahrt gab es dann noch die Geschichte mit dem Tanken, die einige von euch ja schon kennen. Ich meinte nämlich: "So und jetzt müssen wir noch tanken gehen, damit wir noch bis nach Hause kommen" Sabines Kommentar dazu war: " Das ist mir egal, ich kann auch mit dem Zug heimfahren" . Das war dann auch der letzte Wortwechsel, den wir an diesem Tag hatten. Ich lud sie zu Hause ab, stellte ihre Taschen vor die Tür und fuhr Heim nach Judendorf. All das klingt zwar recht lustig, und wenn es hin und wieder einmal vorkommt, kann ich auch noch darüber lachen. Ich konnte auch wirklich lange Zeit darüber lachen und hab mir halt gedacht, so ist halt meine Sabine, aber irgendwann wurde es mir dann doch zuviel. Was mir auch noch sehr schmerzte war, das sie, wie einige von euch ja live miterlebt haben, letztes Jahr zu Silvester ihren Wohnungsschlüssel abgenommen hat. Der Grund dafür war, das ich ihr auf die Finger gepatscht habe als sie mir auch das Objektiv vom Fotoapparat gegriffen hat. Diesen Schlüssel habe ich trotz bitten von ihr nicht mehr zurückerhalten. Jetzt brauche ich mir darüber wenigstens keine Sorgen machen. Ich könnte noch lange schreiben, was alles Gründe für die Trennung waren. Das meiste, einzeln Betrachtet, sind zwar Kleinigkeiten, doch in dieser Häufung werden dann auch Kleinigkeiten unerträglich. Dennoch ist Sabine nicht ganz so schlimm, wie es hier vielleicht klingen mag. Sie sieht es halt nur als so selbstverständlich, daß ich alles für sie machen soll, was sie sich denkt, das sie dabei vielleicht vergessen hat, das auch ich nur ein Mensch bin. Wenn ich es geschafft hätte, alles was sie sagt zu überhören, hätte es wahrscheinlich geklappt. Denn zwischen dem was sie sagt und dem was sie wirklich sagen will, ist eben ein riesengroße Schlucht. Ich hatte immer den Eindruck, daß das, was sie im inneren meint, sie durchaus liebenswert macht. Nur das, was sie gesagt hat, habe ich eben nicht mehr länger ausgehalten. Denkt vielleicht auch daran, das ihr Sabine aus den Verteilerlisten herausnehmt. Ich hab irgendwie den Eindruck, das sie kein großes Interesse an Mail von meinen Freunden hat (und hatte) . Ich wünsche euch noch einen schönen Tag Euer Gerald | |||||||||||||||||||||
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