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Neulich im SupermarktBevor ihr die nächsten Zeilen lest, laßt euch sagen, das diese Zeilen kein Witz sind. Diese Geschichte entspricht in jedem kleinsten Detail den Tatsachen. Es war Samstag morgen und wir hatten gerade das Frühstück gegessen, als wir uns die Frage stellten, was wir wohl heute mittag essen werden. Nach kurzer Überlegung hatten wir den Geistesblitz, das uns eine Pizza gut schmecken würde. Eine Pizza ist leicht zu machen, man legt einfach diverse Zutaten auf ... - Ja worauf legt man denn die Zutaten ? Die Antwort wußten wir natürlich sofort: Auf ein Stück flachgedrückten Teig. Aber wie kommt man zu diesem Teig ? Hier standen plötzlich mehrere Varianten zur Auswahl: Die erste Möglichkeit war Mehl, Wasser, Germ, Öl und andere Lebensmittel zu vermischen und nach einem ganz ausgeklügeltem Zeremoniell zu Teig zu verarbeiten. Die andere Variante war, in den nächsten Supermarkt zu gehen und Pizzaböden zu kaufen. Wir entschieden uns für die zweite Variante. Gleich nach dem Frühstück (11:47) stiegen wir ins Auto und fuhren zu einem Supermarkt. Nachdem Sabine in Liebenau wohnt und der große Spar-Markt in Liebenau nicht weit ist, und Sabine mich irgendwie dort hin dirigierte, habe ich mir gedacht, wir könnten doch zum großen Sparmarkt fahren. Dort angekommen, fragten wir eine Verkäuferin nach den Pizzaböden. Sie meinte, ja so etwas gibt es hier sicher, aber wo, das kann sie uns auch nicht sagen. Wenigstens wußte sie, das das Geschäft bis 12:30 geöffnet hat und das wir noch ausreichend Zeit zum Suchen haben. Also schlenderten wir zwischen den Regalen auf und ab und schließlich fanden wir auch die gesuchten Pizzaböden. Die waren nämlich in einem Kühlregal versteckt, was im nachhinein zwar nicht so verwunderlich war, weil es doch frischer Teig ist, aber wenn man nicht daran denkt, sucht man eben doch eine Zeit lang danach. Ihr denkt euch jetzt sicher, daß diese Geschichte davon handelt, wie ich die Pizzaböden gefunden habe, aber da habt ihr euch ganz schön geirrt. Pizzaböden zu finden ist eine ganz alltägliche Sache und das würde ich euch nie als Mail schreiben. Nein, die wirkliche Geschichte begann während dem Suchen der Pizzaboeden. Bei dieser Suchaktion mußten wir an den unterschiedlichsten Regalen vorbei. Unter anderem war da ein Regal, das war voll mit Polyacryl-Fasern die nach einem bestimmten Schema geordnet waren. Sabine erkannte in dieser speziellen Konstellation der Fasern sofort, das es sich um Plüschtiere handelte, nämlich um den, aus dem Fernsehen bekannten Hund mit der Bezeichnung "Rex". Sie sagte zu mir " Ist der nicht lieb" und zeigte dabei auf die Acrylfasern. Ich sagte, was ich immer sage wenn sie eine mir eine Frage stellt: "JA". Wir gingen weiter und wir kamen an einigen Puzzles vorbei. Dabei waren auch sehr liebe Motive und sie sage bei jeden Motiv: "Ist das nicht lieb" Und ich sagte, was ich immer in solchen Fällen sage, nämlich "Ja". Dann kamen wir noch in die Haushaltsabteilung und sie sagte, sie hätte gern einmal einen Mikrowellenherd und ich sagte wieder ja. Nicht das ich ihr einen kaufen wollte, ich habe mit dem Ja sagen wollen, "Ich verstehe es, das du gern einen Mikrowellenherd haben willst". Dann meinte sie noch, sie hätte gerne einen CD-Spieler, einen Mini-Stepper und einen Kaugummi. Nachdem mir eines der Puzzles auch gefallen hat, haben wir dann doch bei einem Puzzle zugeschlagen und weil ich gerne nasche habe ich ihr auch noch eine Packung Mercie gekauft. Und damit sie wirklich nicht klagen kann, über meine mangelnde Großzügigkeit, habe ich ihr an der Kassa noch schnell eine Packung zuckerfreie Kaugummi gekauft. Die mit Zucker sind nämlich nicht gut für die Zähne. Ich nahm mir dann noch kurz vor der Kasse eine kleine Packung Ferrero Küßchen. Mehr konnten wir sowieso nicht tragen, weil wie kein Einkaufswagerl genommen haben, weil wir ursprünglich nur zwei Pizzaböden kaufen haben wollen. Wir gingen zum Auto fuhren heim und machten uns die Pizza. Nach der Pizza naschten wir etwas an den Mercie und überlegten uns, ob wir das Puzzle bauen sollten. Zum Puzzlebauen hatten wir aber keine Lust, statt dessen redeten wir. Und über was redeten wir ? Natürlich darüber, was ich an diesem Tag alles falsch gemacht habe. Ihr dürft mal raten, ich bin mir sicher, die Erfahrenen unter euch werden sich sofort an den Kopf greifen und sagen, warum ist dieser Gerald nur so grausam. Nochmals zur Erinnerung: Wir waren einkaufen. Wir haben 4 Stück Pizzaboden, 1 Packung Mercie, 1 Puzzle mit 1000 Teilen, eine Packung Kaugummi und ein Päckchen Ferrero Küßchen gekauft. ICH habe bezahlt und wir sind mit meinem Auto gefahren. Ihr wißt sicher schon, was ich falsch gemacht habe: Es war der Hund, den ich ihr nicht gekauft habe. Am Nachmittag meinte sie: "Ich habe dir doch gesagt, daß mir der Rex so gut gefällt. Warum hast du ihn mir nicht gekauft ? Jetzt weiß ich, daß du mich nicht liebst" Meine Rechtfertigung, das ich ihr auch schon mal gesagt habe, das ich gerne Schneeketten für mein Auto hätte und auch sie mir keine Schneeketten gekauft hat, hat sie mit dem Argument: "ich weiß doch nicht welche Schneeketten auf dein Auto passen" weggewischt. Und auch das ich ihr nicht das 47 Stofftier in ihrer Stofftiersammlung schenken will, weil ich glaube das sie schon genug hat, lies sie nicht gelten. Und das ich ihr ein Puzzle und ein paar Naschereien gekauft habe, lies sie vollkommen kalt. Sie wollte eben ein Stofftier, aber diesen Wunsch hat sie eben so gut getarnt, das ich ihn nicht erkannte, bzw. auch nicht erkennen wollte. Ich mag nämlich keine Hunde, ganz egal woraus sie sind. Sie erzählte mir auch, das sie mich schon letzte Woche auch ein Stofftier hingewiesen hat, und das ich ihr das auch nicht gekauft habe. Ich konnte sie dann etwas beruhigen, indem ich ihr erklärte, daß ich ihr (mir) viel lieber einen Mikrowellenherd kaufe, weil das etwas ist, das sie wirklich brauchen kann und das ihr die Arbeit ein bißchen vereinfacht (und meine Chancen auf regelmäßige Mahlzeiten würden auch etwas steigen (Anm. der Redaktion)). Nachdem sie weiß das Mikrowellenherde teurer sind als Plastikhunde, hat sie daraus geschlossen, das ich sie doch liebe und war vorläufig wieder zufrieden. Mit der Frage, was essen wir heute Abend, unterbrachen wir die Diskussion: " Warum ein Mann einer Frau alles schenken muß, was sie will". Jetzt frage ich euch: "War es wirklich so grausam von mir, ihr diesen Hund nicht zu kaufen ? Glaubt ihr, daß Sabine weiterhin mit mir befreundet sein will ? Wie kann ich das wieder gut machen ? Wird sie diese Grausamkeit in ihren Vorwurfskatalog aufnehmen, den sie jeden dritten Tag aufzählt ? " Ich wünsche euch noch einen schönen Tag, euer Gerald Und die Antworten zu diese Mail: Rudi: Hallo Geri ! Ich kann erst heute auf Deine Mail antworten, aber ich habe mich köstlich dabei amüsiert. Ich denke, daß die Sache mit dem Plüschtier weit tiefere psychologische Gründe hat, als sich das nach außen hin zeigt. Zuerst zum Thema Puzzle: Das war kein richtiges Geschenk, denn es war sehr eigennützig von Dir Dich für das Puzzle zu entscheiden. Schließlich hast Du davon auch was, denn Du wolltest ja puzzeln. Nun zum Thema Plüschtiere: Davon kann man den Damen nicht genug schenken. Je kitschiger/kindischer desto besser. Ich habe noch kein weibliches Wesen getroffen, daß nicht dem Reiz der kuscheligen Pelztiere erlegen ist. Ich denke es hat etwas mit Mutterinstinken und Hormonen zu tun. Ich schlafe jede Nacht mit mindestens 3 Lieblingsplüschtieren zusammen und wehe ich behandle sie nicht ordentlich - hier hat man dann gleich ein Beispiel, wie es mit eigenen Kindern sein wird: sie schlafen in Deinem Bett und wehe Du behandelst sie nicht ordentlich... Übrigens: Mache nie den Fehler Küchengeräte als Geschenk zu wählen. So etwas Banales kann man vielleicht gemeinsam (vom Geld des Mannes) kaufen, aber als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum sind sie verpönt. Damit zeigt man nämlich, daß man ein elender Macho ist, der die Frau in der Küche haben will. Ich habe diesen Fehler einmal begangen und bereut. Seit damals schenke ich nur noch: Parfums, Schmuck, Ziergegenstände und auch Plüschtiere (also nichts vernünftig brauchbares). Viel Spaß und ich freue mich schon auf die nächste Story Rudi Lisa: Hallo Gerald ! danke für Deine unterhaltsame Geschichte. Ich bin froh, daß mein Werner keine E-Mail-Möglichkeit hat, um meine Einkaufseigenschaften weiterzuverbreiten. Andererseits halte ich mich in dieser Hinsicht für um einiges harmloser als Deine Sabine. Ich habe lediglich 123 Schildkröten, und diese durchaus nicht nur aus Acryl !!! Was ich aber noch habe, ist ein Job bei der Firma PEWAG. Also nur her mit Deinen Reifendimensionen und schon kriegt Sabine ein Spitzenangebot von mir auf den Tisch, wo sie sicher nicht nein sagen können wird. Bis bald Lisa Tja, diese Geschichte habe ich vor etwas mehr als drei Jahren (Herbst 1996) geschrieben. Als ich das gekaufte Puzzle zum letzten Mal gesehen habe (Dez 1998) , lag es noch immer ungebaut am Wohnzimmerkasten. Ich nehme mal an, das es noch immer dort herumliegt und verstaubt. Ober vieleicht hat es Sabine auch mittlerweile zum Müll gegeben. Genaues werde ich über den verbleib des Puzzels wohl nie erfahren. Der Stoff-Rex habe ich ihr natürlich, ein paar Tage nachdem diese Geschichte
entstanden ist, geschenkt. Aber das ließ sie gerade als Entschuldigungsversuch
durchgehen, sozusagen als meine Pflicht den Fehler vom Wochenende auszubessen. Und die Schneketten hab ich mir beim Forstinger gekauft ... | |||||||||||||||||||||
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