Meine kleine Zehe

Hallo alle

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, war ich diese Woche nicht sehr gesprächig. Das ist zwar in der letzten Zeit nicht so ungewöhnlich, weil ich etwas im Streß bin, aber für diese Woche habe ich eine Ausrede:

Meine kleine Zehe

Es war Sonntag abend und wir waren gerade vom Urlaub aus Bad Mitterndorf zurückgekommen, als ich halb schlafend durch Sabine's Wohnung schlenderte. Dabei gab es in meinem internen Navigationssystem eine kleine Unregelmäßigkeit. Nach den Werten, die mir dieses System lieferte ging ich zwischen Tisch und Schaukelstuhl. Nach den Werten die mir meine kleine Zehe lieferte, ging ich durch den Schaukelstuhl. Interessanterweise hat nur die kleine Zehe diesen kleinen Navigationsfehler bemerkt. Voller Stolz über ihre großartige Entdeckung berichtete mir die kleine Zehe, das sie einen Schaukelstuhl entdeckt hat, obwohl mein restlicher Körper annahm, das er sich auf einem ebenen und freien Teppichboden befindet. Und weil so eine kleine Zehe nicht reden kann, hat sie sich gedacht, sendet sie einfach Schmerz-Impulse durch den ganzen Körper. Und das tat sie mit Begeisterung. Ein Impuls nach dem anderen. Sie tat es ein paar Minuten lang, aber ich versuchte die Schmerzen zu verdrängen. Das muß sie etwas verärgert haben. Aber weil so ein Zeh weiblich ist, es heißt ja schließlich DIE ZEHE, hat sie mir nicht sofort gesagt, das sie sich vernachlässigt fühlt, sondern hat erst einmal einen Tag allen Schmerz aufgestaut. Montag beim Chinesen, als ich aus dem Auto ausstieg, gab es dann eine Portion gesammelte Schmerzen. Und Dienstag früh, ich ignorierte noch immer meine kleine Zeh, hat sie dann zum Angriff geblasen. Als ich aus dem Auto stieg und ins Büro wandern wollte, das schäumte sie nur so über. Sie schmerzte wie nur eine kleine, vernachlässigte Zehe schmerzen kann. Nach 50 m, die ich Richtung Büro gegangen bin, sah ich ein, das so eine kleine Zehe ganz schön lästig sein kann. Ich kehrte um und ging zurück zum Auto. Damit meine Firma auch glücklich ist, fuhr ich gleich direkt zum Arzt. Dieser bestaunte meine Kleine, die sich mittlerweile blau-violett geschminkt hat, und schickte mich weiter ins UKH. Dort wurde die Zehe geröntgt. Aber wie weibliche Wesen eben so sind, hat sie viel Lärm um nicht gemacht. Am Röntgenbild war nicht zu sehen. Dennoch schrieb mich der Arzt krank und verordnete mir Bettruhe. Diese habe ich natürlich jede Nacht eingehalten. Es war ein richtig schöner Krankenstand: Sabine, das andere weibliche Wesen das hin und wieder lästig ist, war bei der Arbeit und ich konnte endlich einmal alles das tun, wozu ich sonst nie Zeit habe. Kurz gesagt, ich habe nichts getan. So ein Krankenstand ist angenehmer als jeder Urlaub, ausgenommen Urlaube ohne Frauen natürlich, aber das ist doch eh klar.

Aber alles hat einmal ein Ende, und seit heute sitze ich wieder in meinem Büro.

Ich denke mit Freude an die letzten Tage und bin traurig, das ich nach einem so schönen Krankenstand jetzt wieder ein Wochenende vor mir habe. Aber ich werde auch das überstehen.

Ach ja, all jene, die mich schone etwas länger kennen, die wissen vielleicht, das ich nicht ganz glücklich mit unserem Firmenparkplatz bin. Es ist nämlich furchtbar weit zu gehen vom Auto zum Büro, obwohl neben dem Bürogebäude Parkplätze wären. Diese dürfen allerdings nicht verwendet werden, weil nicht neben jedem Bürogebäude Parkplätze sind, und es unfair wäre, wenn nur die EDV neben den Büros parken darf. Aus diesem Grund freut es mich auch ganz besonders, das ich diesmal 3 Tage arbeitsunfähig war, und das nur deshalb, weil ich den Weg vom Auto ins Büro nicht gehen konnte. Das hat den Krankenstand gleich nochmals so schön gemacht, und vielleicht auch ein bißchen länger als notwendig. Obwohl, wenn es nach meinem Doktor geht, würde ich jetzt noch im Bett liegen.

 

schöne grüße

Gerald

Webstatistik