| |||||||||||||||||||
|
Moritz-Tagebuch 2. Jahr
Juni 2002 - Ich bin 15 Monate alt!
Mein
Papa arbeitet seit 1. Mai 2002 nicht mehr bei der Sappi
in Gratkorn sondern in Kapfenberg bei der Firma IS4STEEL
und macht da SAP-Programme. Und jetzt ist er zwar viel mehr zu Hause
wie früher, weil er ja nicht mehr fast eine Stunde zur Arbeit braucht
sondern nur mehr ein paar Minuten, aber ich kann nicht mehr jeden Donnerstag
zu meiner Oma. Schade. Was ich jetzt schon alles kann Ich kann zeigen, wo meine Nase, meine Ohren, meine Zunge, meine Füße oder meine Hände sind. Beim Bauch bin ich mir nicht so sicher. Ich will absolut alles selber essen, am liebsten mit Werkzeug. Meine Mama behauptet zwar, es ist einfacher, ein Keks mit den Fingern zu essen als mit dem Löffel, aber das ist noch nicht bewiesen! Ich kann Bussis geben, vor allem meine Mama ist narrisch drauf.
Ich hab ein eigenes Computer-Spiel, da darf ich viele Fische auf den Bildschirm meiner Mama zaubern ("isch, isch"). Ich kann auch schon mit Stiften auf einem Blatt Papier schreiben, Türme bauen, mit meinem Bobby-Car fahren wie ein großer, Rutschen auf der Rutsche für Große, auf dem Bauch liegend auf dem Schaukelbrett von Sarah schaukeln, klettern wie ein Affe, rennen.
Zähne
hab ich auch schon fast alle, 3 Eckzähne fehlen noch und die
4 hinteren Backenzähne. Damit esse ich immer noch fast alles,
inzwischen hab ich schon Vorlieben und Abneigungen: Reden tu ich nicht so viel. Ist überhaupt nicht nötig, ich kann mich blendend verständlich machen. Ich meine, ich hab schon so einen Standard-Wortschatz von ungefähr 30 "Wörtern" und wenn ich mit meiner Oma telefoniere, und ich sage z.B. "Sarah", dann versteht mich die Oma sogar. Aber so richtig reden... manchmal hört meine Mama ein Wort ganz deutlich ("BLUME"), aber ich sag es nicht noch einmal. Meine Eltern sind sehr lieb und folgsam und bemühen sich sehr, mich bei Laune zu halten.. Ich bin ja auch das liebste Kind weit und breit. Aber wehe, meine Mama oder mein Papa werden störrisch und wollen ganz was anderes wie ich - z.B. den Autoschlüssel wieder haben - dann schmeiß ich mich auf den Boden und zeig denen, was ich davon halte. Einkaufen geh ich auch gerne. Da gibts Geschäfte bei uns, da gibt es Einkaufswagen-Autos! Meine Mama hat immer bei einer anderen Supermarkt-Kette eingekauft und hat jetzt mit mir eine ganz neue Welt entdeckt. Meine Mama nimmt sich immer viel Zeit, wenn wir in ein Geschäft mit Auto gehen, weil da steig ich dann wieder aus, wieder ein, mache die Tür wieder zu, wieder auf, klettere auf den Sitz... wenn sie es wirklich Ernst meint mit Einkaufen und es eilig hat, dann muß ich in einem normalen Wagerl sitzen, weil weiterkommen tun wir so kaum! Seit Mitte Juni halte ich mein Flascherl in der Früh und am Abend selbst, meine Mama darf es mir nur mehr servieren. Wenn ich die Mama in der Küche Flascherl-Kochen höre, dann lauf ich gleich zur Couch, klettere rauf und warte dort auf mein Futter. Vor Juni-Käfern graust's mir gar nicht. Mein Papa fängt die komischen Dinger aus der Luft und dann spiel ich damit. Man kann sie auf sich herumkrabbeln lassen, sie am Boden anschupsen, auf den Rücken drehen, zermatschen... Was
ich noch nicht so ganz kapiert hab... da steh ich kürzlich nackig
im Garten neben dem Gartenschlauch und auf einmal plätschert da
was! Dabei war der Gartenschlauch gar nicht an, ich hab nachgeschaut,
ich bin hin und hab auf- und wieder abgedreht, da war nix. Was das wohl
Seltsames war? Und warum meine Mama so gelacht hat? In den letzten Monaten habe ich meine Eltern scheinbar recht gut auf trab gehalten, denn da hatten sie keine Zeit, mein Tagebuch zu pflegen. Und daher gibt's eine kleine Herbstlücke in den Einträgen.
Dezember 2002: Der Winter ist eine lästige Zeit. Da muß ich immer soooooo viel anziehen, bevor ich rausgehen darf. Und finster wird es auch immer so früh. Meinen Mittagsschlaf lasse ich jetzt schon hin und wieder aus. Dann schlafe ich am Abend schon vor 7 ein. Aber manchmal verschiebe ich meinen Mittagsschlaf auch nur auf den späten Nachmittag. Dann wache ich um 5 auf und geh nicht vor 10 ins Bett. Papa setzt sich dann vor den Fernseher und ich spiele in aller Ruhe irgendetwas. Weihnachten ist auch schon wieder. Heuer war ich vom geschmückten Christbaum und den vielen Lichtern richtig begeistert. Einen leuchtenden Baum mitten im Wohnzimmer siehzt man nicht alle Tage. Ich versteht gar nicht, warum sich meine Schwester Sarah bei solch einem schönen Anblick gleich auf die Geschenke stürzen kann.
Jänner 2003:
Bald kann ich auch so viel plabbern als meine Schwester. Wenn ich noch ein paar Wöter lerne, dann hab
ich sie eingeholt. | ||||||||||||||||||